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Willkommen zuhause, Soldat! Gestern im Regionalexpress…

Irgendwo zwischen Wismar und Berlin…

Willkommen zuhause Soldat

Die Klimaanlage im mittleren Teil des Zuges ist ausgefallen, ich mache mich auf den Weg in einen anderen Wagen - vergesse dabei noch die Hälfte an meinem Platz - gehe dann die Treppe runter und sehe plötzlich nur noch Wüstentarn und am Arm das ISAF-Patch.
Ich kann’s gar nicht glauben, gucke noch mal hin – „Afghanistan“ schießt es mir durch den Kopf. Und ehe ich noch lange drüber nach denken kann, huscht ein Lächeln über mein Gesicht und ich beuge mich zu dem Soldaten – danke ihm für seinen Dienst und wünsche ihm alles Gute. Er bedankt sich.
Ich gehe weiter in den nächsten Wagen, finde gleich einen Platz, lade mein Gepäck ab und denke: “Schade, habe ich denn gar nichts an mir, was ich dem Soldaten, als Dank, geben kann?“ Dann fällt mir ein, dass ich noch eine Karte von der Solidarität haben müsste – die will ich ihm geben. Ich krame… Finde die letzte Karte und gehe noch mal zurück.
Ich überreiche ihm die Karte, will erklären „… falls er und seine Kameradinnen und Kameraden im Einsatz etwas brauchen sollten….“ Er kommt gerade aus dem Einsatz, unterbricht er mich, aus Afghanistan. Er ist auf dem Weg nach Hause – nach sechs Monaten…

Zuhause, in Ruhe, beschäftigt mich diese kurze Begegnung für den Rest des Abends, Fußball ist dabei fast zur Nebensache geworden.
Wie ist er zuhause angekommen? Was hat er als Erstes gemacht, als er daheim ankam – Stiefel ausgezogen und vielleicht bar fuß über das Gras gegangen – nachdem er seine lieben Menschen in die Arme geschlossen hat…

Ich wünsche dem jungen – und müden – Mann, dass er auch in den kommenden Wochen und Monaten wieder gut zuhause ankommen wird. Ich wünsche ihm Menschen, die ihn mit offenen Armen empfangen und liebevoll wieder in ihre Mitte aufnehmen.

Alles Gute, Soldat!

Ulrike Wheeler - Berlin

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Kommentare

Kommentar von Lucy |

Wunderschöne Geschicht, mir ist sogar eine kleine Träne über die Wange geflossen.
Sie hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt!
Aber ich habe mich dann auch gefragt, ob wirklich jeder Soldat sich über so eine Begegnung gefreut hätte? Ich meine, vielleicht gibt es welche die froh darüber sind, wenn sie mal Ruhe haben und nicht angesprochen werden....

Kommentar von Enrico Mohr |

Hallo, ich bin auch vor 3 Tagen aus Afghanistan/ Kunduz zurückgekommen. Ich bin auf meiner Reise von Köln Flughafen bis zu mir nach Hause (6sdt. Fahrt) 3x auf ein Rasthof angehalten und an mir sind viele leute desinteressiert vorbeigelaufen. Aber schön das es soetwas noch gibt. MKG Enrico Mohr

Kommentar von Gerd Kebschull |

Vielen Dank für den Beitrag. Ich bin aktiver Reservist und bin manchmal erschüttert, wie deutsche Mitbürger über IHRE Soldaten denken. In Amerika ist das ANDERS. Egal, welches Museum man besucht, in dem es um Soldaten, Geschichte geht. Der Eintritt ist FREI. Amerikaner wollen, dass sich ihre Mitbürger um IHRE SOLDATEN, um IHRE Geschichte kümmern.
Auch wenn dort Reservisten üben, schnell ist die lokale Presse, das Lokal-TV da.
Da können WIR eine Menge lernen.
Grüße
GK

Kommentar von Thorsten Kaiser |

Ganz große Klasse!!!!
Als ich diese Zeilen las, war ich nicht nur sehr angetan von dieser starken Geste und Handlung, ich konnte kaum glauben, dass soetwas in Deutschland möglich ist.
Es erinnerte mich an ein ähnliches Ereignis 1993, als ich nach dem Somaliaeinsatz in den USA war und ein Gespräch in der U-Bahn zwischen einer Familie und einem US-Soldaten mitbekam.
Auf einmal sprach sich in dem Abteil herum, dass der junge Mann soeben aus Somalia/Mogadischu zurückkam und alles sprang auf und applaudierte dem Soldaten.
Also, liebe Ulrike, das war 100%ig und ich danke Dir vielmals für diese vorbildliche Aktion!
Glück Ab, Thorsten

Kommentar von Barbara Sommer |

Ein beeindruckender Beitrag , er hat mir die Tränen in die Augen getrieben!

Kommentar von Anita |

Danke, eine warme und berührende Geschichte, eine einfache nette Geste, die jemandem bestimmt Kraft und Freude gebracht hat. Ich denke so wie du wird auch der Soldat noch über die begegnung nachgedacht haben.

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