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Offene Debatte: Sagen Sie uns Ihre Meinung zu einem Veterantentag?

von

Verteidigungsminister de Maizière will sich gezielt um Veteranen kümmern

De Maizière will Veteranentag

Immer wieder gibt es Diskussionen und Forderungen zu einem speziellen Gedenktag für unsere heutigen Veteranen.

Jetzt will der Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière einen solchen Tag einführen. (Nachtrag: Kontroverse Diskussionen dazu bleiben in den (politischen) Lagern inzwischen nicht aus - siehe auch unter: süddeutsche.de, Pro und Contra Veteranentag auf ARD, „Deutschland braucht keinen Veteranentag“: NTV, „Wäre das falsche Signal“: NTV, „SPD lehnt Veteranentag kategorisch ab“: Frankfurter Rundschau)

Ob dieser Tag z.B. an den Volkstrauertag gekoppelt sein soll oder zu einem anderen Tag stattfinden, darüber will er ebenso offen debattieren, wie über das ganze Wesen eines solchen Tages überhaupt.

De Maizière benutzt den Begriff des Veteranen seit einiger Zeit ganz bewußt und will die Betreuung von Veteranen zu einem Schwerpunkt seiner Amtszeit machen.

Und er will das Bewußtsein erst einmal schärfen, in dem klar werden soll, was ein Veteran überhaupt ist Dazu strebt er einen möglichst breiten Konsens für ein Veteranenkonzept in einem „gesellschaftlichen Ansatz“ an.

Das finden wir sehr begrüßenswert und wünschen uns deshalb eine rege Teilnahme aus der breiten Öffentlichkeit und den verschiedenen Solidaritätsinitiativen um die Meinung in der Gesellschaft möglichst breit gefächert wiederzuspiegeln

Neben der Teilnahme an einer kleinen Schnellumfrage zu der Frage: „Veteranentag ja oder nein?“ freuen wir uns über Eure Anregungen, Ideen und offenen Meinungen - egal ob diese auch kritisch, kreativ oder simpel sein mögen.
Eure Stimmen sammeln wir hier (bei der Kommentareingabe unten) über die nächsten Wochen und nehmen diese gesammelt mit zum Empfang der Hilfsorganisationen Ende März in Berlin.

Vielen Dank!

....... Zum Gedankenanstoß........
Was macht einen Veteranen aus? ..... Wie denkt Ihr können wir bei uns in Deutschland unsere Veteranen an einem solchen Tag angemessen würdigen?...... Welche Jahreszeit wäre die richtige für einen Veteranentag?....... Was müsste bei uns vieleicht anders sein, als bei anderen Nationen - oder anders gefragt: In wiefern können Veteranentage anderer Nationen für uns Vorbild sein?....

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Kommentare

Kommentar von Chrissi |

Ich fände es gut, wenn es einen Veteranentag gäbe, der mit ähnlichen Veranstaltungen in anderen Ländern (wie z. B. dem Remembrance Day in GB) koordiniert wäre und explizit nicht als rein nationaler Gedenktag begangen würde. Da am 11.11., der in vielen anderen Ländern ja als ein solcher Gedenktag begangen wird, in Teilen Deutschlands allerdings der Karnevalsauftakt gefeiert wird, wäre dieses Datum vielleicht keine glückliche Wahl. Insofern wäre der Volkstrauertag vermutlich eine bessere terminliche Wahl.
Ich finde vor allem aber auch, dass es im Zusammenhang mit einem solchen Tag sinnvoll wäre, eine ähnliche Aktion zu haben, wie eben beispielsweise die Briten mit ihren 'Remembrance poppies'. (Für die, die diesen Brauch nicht kennen: Das sind rote Mohnblumen aus Papier, die man in Vorfeld des Remembrance Day als Anstecker trägt und die Solidarität mit Soldat/innen und Trauer um die Gefallenen vorangegangener Kriege symbolisieren. Man "kauft" die poppy nicht im eigentlichen Sinne, sondern man gibt eine Spende an die Royal British Legion, die sich um verwundete und traumatisierte Soldat/innen und ihre Familien und um die Hinterbliebenen von Gefallenen kümmert.) Längerfristig würde eine solche alljährliche Aktion vielleicht auch dazu beitragen, die öffentliche Wahrnehmung unserer Soldat/innen auch während des restlichen Jahres zu steigern.

Kommentar von Rudolf Schneider |

Ich bin seit 36 Jahren Soldat und Offizier. Ich habe keinen Afghanistaneinsatz mitgemacht; jedoch war ich beim ersten "Waffengang" der Bundeswehr in Ihrer Geschichte nach 1945 dabei.
Ich überlege und denke immer wieder an meine Dienstzeit und den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft die an die Bundeswehr gestellt werden. Ich begrüße es ausdrücklich, daß der VM de Maiziere diese Initiative politisch begleiten und durchsetzen will. Z.Guttenberg ist es zu verdanken, daß wir erst jetzt frei darüber diskutieren können! Dennoch, so glaube ich ist ein Veteranentag mit der parlamentarischen Durchlagskraft, endlich die Lücken in Versorgung, Besoldung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Soldaten zu schließen, ein durchaus adäquates Mittel. Doch stört mich der Begriff, Veteranentag, erinnert er mich doch an die Bilder aus Amerika; alte Männer mit Krücken oder Rollstuhl und die Brust voller Orden- wollen wir das wirklich?

Kommentar von Erich Blaich |

Hallo, ich finde es ist höchste Zeit sowas einzuführen. Alle Veteranen haben sich um das Vaterland verdient gemacht, vom niedersten Dienstgrad bis zum General.

Kommentar von veteran43 |

solange es in Deutschland erlaubt ist, Soldaten als Mörder zu bezeichnen, sollte weder ein Veteranenverband gegründet, noch ein Gedenktag eingeführt werden. das wäre ja nur Heuchelei.
Da finde ich die Anerkennung durch ehemalige Kriegsgegner wohltuend, die ich anlässlich einer Einladung eines britischen Veteranenverbandes erhalten habe. Bei Gesprächen mit englischen und kanadischen Veteranen und anschließender Gedenkveranstaltung auf dem brit. Soldatenfriedhof in Bayeux, ist mir klar geworden, dass "Versöhnung über Gräbern" möglich ist.

Kommentar von Helga |

@ Jana
Ja, es ist tatsächlich traurig, dass der Verteidigungsminister keine "gelbe Schleife" trägt! Und Frau Merkel ebenso nicht. Aber wer stets und immer sichtbar diese Schleife an seinem Revers hat ist Herr Niebel. Bin zwar auch kein "Fan" von ihm, aber das rechne ich ihm sehr hoch an.

Ein Veteranentag ist längst überfällig, aber bitte nicht mit einem "Stellenwert" wie der "Tag des Haustieres" o. ä., der lediglich am Rande in Radio und Printmedien erwähnt wird. Sondern er sollte auch tatsächlich "begangen" werden: Vorträge von Veteranen, "Offener Tag" in den Kasernen u. ä.
Als Datum könnte ich mir z. B. den 12. November vorstellen: Am 12.11.1955 traten die ersten Freiwilligen in der "Ermekeil-Kaserne" in Bonn ihren Dienst an, um ihre Ernennungsurkunden zu erhalten. Oder auch der 7. Juni: Am 7. Juni 1955 wurde die damalige "Dienststelle Blank" in das "Bundesministerium für Verteidigung" umbenannt und gilt als sog. "Gründungsdatum" der Bw. Mit dem Datum 02.04. oder Karwoche, wie ihn Herr Königshaus vorschlägt, kann ich mich nicht anfreunden. Vor diesem traurigen Karfreitag sind auch Soldaten gefallen. Nur weil es leider an diesem einen Tag gleich drei Soldaten waren, die ihr Leben verloren haben, rechtfertigt dies meiner Meinung dieses Datum nicht - m. E. würde man die Leistung bzw. die Anerkennung den vorher und später gefallen Soldaten schmälern. An Zahlen von Opfern sollte man das nicht festmachen.
Sicherlich gäbe es auch schnell wieder Konflikte mit der Kirche, für die die Karwoche eine wichtige Zeit im Kirchenjahr darstellt.
Viel wichtiger finde ich aber, dass die Gesellschaft ihren Respekt gegenüber den Veteranen, aber auch grundsätzlich allen SoldatInnen, bezeugt. Bitte wie in anderen Ländern, freier od. ermäßigter Eintritt in Museen und bei Veranstaltungen, vor allem auch angemessene Bereiche auf den diversen Flughäfen für in den Einsatz gehende oder zurück kommende SoldatInnen und nicht - wie z. B. in Hannover auf dem "Abstellgleis" ohne Überdachung und Sitzplätze für die wartenden Angehörigen, hierbei viele, viele kleine Kinder und Säuglinge, die entweder bei Schnee, Regen und auch bei über 30 Grad Hitze brütend auf ihre Liebsten warten. Einige Meter weiter bekommen die normalen Passagiere nichts von alldem mit, wenn sie per Klimaanlage bequem auf ihre Freunde und Angehörigen warten. Unsere Veteranen gehören mitten unter uns, mitten hinein in die Gesellschaft - sichtbar für alle und jedermann!

Kommentar von Jana S |

Es wird höchste Zeit, dass endlich mehr getan wird.

Je öffentlicher desto besser, damit auch die Bevölkerung ein entspanntes Verhältnis zur Bundeswehr entwickelt. Zumindest wäre es erstrebenswert, aber eben doch unrealistisch. Wir sind schließlich von einem normalen Umgang mit der Bundeswehr noch Lichtjahre entfernt.

Allerdings bin ich sehr skeptisch und bezweifle, dass es zu mehr als nur den üblichen Lippenbekenntnissen kommen wird. Ich zweifle am Willen, dies wirklich durchsetzen zu wollen und an der Durchsetzbarkeit überhaupt. Dafür werden politische Strömungen schon sorgen. Leider, denn es muss etwas getan werden!

Meinte de Maizière nicht bezüglich des Veterans Day am 11. November in den USA und Kanada, dass wir uns vorher fragen müssen, ob so eine Veranstaltung nicht künstlich ist?!!! Diese Bemerkung sagt mehr als tausend Worte!!!
Der Remembrance Day wird auch im November in GB gefeiert – mit Parade durch London, Marschmusik, Kranzniederlegungen etc.! Zu Störungen während dieser Feierlichkeiten kommt es in GB kaum. Kann das jemals in DEU ähnlich ablaufen? Es ist schlimm, dass man diese Frage leider nur mit nein beantworten kann. Eine Parade durch Berlin, vielleicht entlang der Straße des 17. Juni?? Entschuldigung, aber das kann ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen. Sowas wäre in DEU schlicht unmöglich und da haben wir wieder das Problem. Alles andere wäre eine halbherzige Wertschätzung und wieder nur reine Heuchelei seitens der Politiker.
Zudem wird die Bevölkerung, deren Bewusstsein angeblich sensibilisiert werden soll, doch wieder außen vor sein und die Politiker können die Bundeswehr nutzen, um sich in geschlossener Gesellschaft wieder selbst zu feiern!

Selbst kleinste Solidaritätsbekundungen kommen doch von 95% der Politiker nicht. De Maizière will also die gesellschaftliche Anerkennung für die Streitkräfte fördern?! Warum fängt er nicht bei sich selbst an?
Ich habe sicherlich nicht alle Pressefotos unserer Politiker gesehen, aber merkwürdig ist es schon, dass ich mich an kein einziges erinnern kann, auf dem ein Politiker (wie z.B. de Maizière oder Merkel) eine gelbe Schleife trugen. Warum ist das so?!! Da fängt es schließlich schon an. Wie soll eine Gesellschaft hinter Soldaten stehen, wenn die Politiker es nicht mal tun, wenn sie den Aufgaben ihres Amtes nachgehen?!!

Der britische Premier Cameron war diese Woche in Frankreich, um seinen Amtskollegen Sarkosy zu treffen. Beim Treffen zur Besprechung der Verteidigungspolitik trug Cameron den Poppy-Anstecker. Hat jemals ein Verteidigungsminister oder Kanzler/in in den letzten 20 Jahren eine gelbe Schleife oder ähnliches bei einem ähnlichen öffentlichen Auftritt getragen?

In GB werden im November überall die Poppy-Anstecker verkauft – als Spende. Sie wird von vielen überall getragen – selbst Moderatoren auf BBC und anderen Nachtrichtensendern machen das. Sicherlich macht es nicht jeder, aber extrem viele. Davon ist DEU noch meilenweit entfernt.

Wie wurden von de Maizière noch kürzlich die Rückzugspläne aus AFG kommentiert?! Meinte er nicht, dass es keinen Grund zum Feiern gibt, wenn Soldaten/innen aus dem Einsatz kommen. Ironie on: Ja, genau. Warum sollte man sie auch am Flughafen begrüßen, denn sie haben ja nur ihr Leben im Einsatz riskiert! Ironie off

Den Missständen innerhalb der Bundeswehr sollte sich de Maizière auch erst einmal ernsthaft stellen, ohne eine Reform nach der anderen durchzuboxen. Denn es gibt immer mehr Soldaten, die einfach nur desillusioniert sind.

Kommentar von Thomas Scholz |

Auch ich bin für die Einführung eines Veteranentages.
Für Alles Mögliche gibt es einen Tag der Erinnerung und Ehrung,
warum nicht auch für die Angehörigen bzw. ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr,
bzw. auch für die im Dienst ums Leben gekommenen angehörigen der Bundeswehr.
Als Datum könnte ich mir gut die Einweihung des Ehrenmals der Bundeswehr (08.09.2009) vorstellen.

Kommentar von Lewinski Jörg |

auf jeden Fall, es ist absolut wichtig und würde endlich mal ein Vernüpftiges Zeichen für unsere Soldaten setzen

Kommentar von Reik Fahrenbruch |

Ich selbst würde einen Veteranentag begrüßen, allerdings sollten vorher ein paar handfeste Dinge für uns Veteranen getan werden z.B. einen garantierten Studienplatz nach der Dienstzeit. Am eigenen Leib muss ich jetzt erfahren, dass 22 Semester Wartezeit (meine 11 Dienstjahre) nicht genug sind um zu studieren. Was nützt mir also ein Tag an dem ein paar Politiker ein paar lauwarme und nur halbherzige Reden schwingen, wenn meine berufliche Zukunft nicht gesichert ist. Da mach ich doch lieber die Medallien meiner Einsätze zu Bargeld auf Ebay.

Kommentar von U. Hennemann |

Es wird Zeit, das es endlich mal jemand in die Hand nehmen will und an uns Veteranen denkt!

Kommentar von Matze |

Also einen Veteranentag fände ich recht erstrebenswert. Das optimale Datum (Sorry falls es eine wiederholung seien sollte) wäre in meinen Augen das Datum an dem der erste Bundeswehrsoldat aus einem Einsatz zurückgekehrt ist. Natürlich sollten wir nicht anfangen irgendwelche Militärpraden zu veranstalten einer kräftiger Auftritt eines Heersmusikkorps Vor dem Brandenburger Tor mit ein wenig formaldienst eines wachbattalions sollte dem (meist nicht millitärisch interessierten) Mitbürgern nicht zu nahe treten und allen interessierten genug Veranstalltung bieten.

Kommentar von rlorenz |

Einen Veteranentag, besonders so wie ihn der Wehrbeauftragte Königshaus vorgeschlagen hat (02.04), halte ich für absolut begrüßenswert. Ich hoffe, dass sich die Befürworter durchsetzen werden.

Kommentar von Udich |

Ich finde es gut. Dass wir unserem Vaterland mit Leib und leben verteidigen und im schlimmsten Fall die geliebten und familile zurück lässt, sollte schon besonders gewürdigt werden. Die Bevölkerung sollte wissen und sich bewusst sein, dass unser Leben für ihres im schlimmsten Fall gelassen wird und soll lernen, es zu schätzen sowie verstehen wie wertvoll das Leben eigentlich ist .

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