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…..niemals geht man so ganz…….

von Gastbeitrag

Abschied von der „Eisblume“

Eisblume PTBS verabschiedet sich

(Danke Simone für Dein Angebot, mich auf deiner Homepage öffentlich zu verabschieden – und die Anregung, zum Abschluss niederzuschreiben, dass es nach langer, schwerer Zeit auch in diesem Thema ein gutes Ende geben kann.)

Wie ihr alle wisst, habe ich „Eisblume“ aus der eigenen Betroffenheit heraus gegründet. Wobei das Ganze ein „Selbstläufer“ war, weil mir die Angehörigen aber auch Soldatinnen und Soldaten ihr Vertrauen geschenkt haben. Dafür bedanke ich mich bei Euch.
Ich sehe mein persönliches Engagement als Pionierarbeit. Es hat sich, im Gegensatz zu 2009, doch schon einiges in der Bundeswehr und Politik im Thema getan.
Wir sind noch lange nicht am Ziel.
Jedoch gebe ich das jetzt gerne in andere Hände.
Es wird die „EISBLUME“ in Verbindung mit dem Namen Birgit Klimkiewicz nicht mehr geben.

Ich ziehe mich in mein privates Leben zurück. Werde mit meinem neuen, wundervollen Partner viel reisen, und vielleicht noch einmal den endgültigen Schritt wagen.
Dass ich das alles genießen kann, hat aber auch mit der gesundheitlichen, sehr positiven Entwicklung meines Sohnes zu tun.
Mit ganz viel Liebe, Verständnis, aber letzten Endes auch Konsequenz meinerseits ihm gegenüber, hat er es geschafft ins Leben zurückzukehren. Er hat an sich mit Hilfe von Traumatologen gearbeitet.
Ein schwerer Weg. Zunächst ist er eine Woche zu Dr. Kröger nach Berlin gegangen. Dort wurde der Grundstein zum Weitermachen in der therapeutischen Arbeit gelegt.
Danach hat er sich einen Traumatologen in seinem Umfeld gesucht.
Inzwischen ist er ein erfolgreicher Unternehmer. Ich bin stolz auf ihn!!! Er lebt seit in fünf Jahren in einer festen Beziehung. Und ich bin auch sehr stolz auf meine Schwiegertochter.

Ich möchte allen Angehörigen noch einmal mit auf den Weg geben: Ihr könnt nur unterstützend für Eure(n) Soldaten/Soldatin da sein. Alles andere muss der/die Betroffene selbst für sich tun.
Ich weiß, dass es schwer ist zuzuschauen, sich ohnmächtig und allein fühlen, machtlos, und auch mit Wut auf das System. Ich habe das alles erlebt. Habe meine Ohnmacht und Wut in mein Engagement eingebracht. Das war mein Umgang mit der Situation.
Heute kann ich sagen, dass ich auf die Erfahrung PTBS bei meinem Sohn hätte verzichten können. Doch weder er, noch ich wären die Menschen, die wir heute sind.
Ohne meine persönliche Veränderung wäre ich auch nicht offen gewesen für den wunderbaren Mann, der jetzt in mein Leben getreten ist. Ja, PTBS hat auch mich verändert, zwangsläufig und Gott sei Dank.
Deshalb kann ich, in der Rückschau, nur danke sagen. An alle, die meinen Weg seit 2009 begleitet haben. Ganz besonders an „meine“ Angehörigen, die mir viel gegeben haben. An die Soldaten und Soldatinnen, die mir ebenfalls ihr Vertrauen geschenkt haben.
Ganz besonders werde ich hier jetzt namentlich wunderbare Menschen benennen, die mich in meinem Engagement begleiteten und unterstützten:

Simone Uetz, die unentgeltlich die Homepage von Eisblume erstellt hat, und immer eine tolle Gesprächspartnerin war

Andreas Timmermann-Levanas, zunächst Gründer der DKOF, dann BDV, der mich 2012 nach Berlin holte

Ines und Sabrina, meine Kolleginnen mit denen ich in Berlin gearbeitet habe

Dr. Zimmermann, Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Bundeswehrkrankenhaus Koblenz

Christian Fischer, Dekan beim Evangelischen Kirchenamt

Dem Bundeswehrverband

Dem Netzwerk der HILFE der Bundeswehr

Dr. Kröger, Traumatologe Berlin, mit dem mich inzwischen eine Freundschaft verbindet

Meinem Praktikanten Marcus, der mir in Berlin ein großer Unterstützer in meinem Engagement war
…und allen anderen, die mich aus Verbänden, Kooperationen, etc. begleitet und unterstützt haben.

Aber ich danke noch sehr dem ehemaligen Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg.
Er hat mir eine Ausbildung zum Peer im „Zentrum Innere Führung“ in Koblenz ermöglicht.
Übrigens als erste Zivilistin, die dort ausgebildet wurde.
Eine wunderbare Erfahrung!
Hiermit liebe Grüße an die Soldaten und Soldatinnen, die zu der Zeit mit mir die Ausbildung gemacht haben.
Ich habe mich unter Euch sehr wohl gefühlt! Danke!

Danke auch an den ehemaligen Adjutanten des Ministers, heute Konteradmiral, Herr Carsten Stawitzki

Die Wehrbeauftragten a.D. Herr Robbe, Herr Königshaus

Danke an Herrn Ministerialrat a.D. Nißler

Danke auch an die Medien, die Reportagen, Dokumentationen und Interviews zum Thema mit Eisblume gemacht haben.

Es war manchmal eine sehr schwere Zeit, nicht nur privat, aber es war auch mit die erfahrungsreichste, lehrreichste, spannendste und eine der schönsten Zeiten meines Lebens.

Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt.

DANKE!

EISBLUME
Birgit Klimkiewicz

Schöne Weihnachten, und ein gutes gesundes neues Jahr.
Ganz besondere Grüße an alle Soldaten/Soldatinnen, die im Einsatz sind. Kommt gesund an Körper und Geist zurück




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