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Zum Nachdenken… Post aus Kunduz

Brief aus Kunduz

(Sandra)
 Als ich bei der Aktion „Ostergruß aus...“ von Solidarität mit Soldaten und ihren Familien mitmachte, und in jedes Einsatzgebiet eine Postkarte aus meinem Wohnort schrieb, dachte ich mit keiner Silbe daran, jemals eine Antwort von den derzeit dort stationierten Soldaten zu erhalten – das war auch gar nicht meine Intention, als ich bei der Aktion mitmachte! Ich wollte lediglich meinen Mitmenschen in Uniform einen lieben Gruß ins Einsatzland schicken, um ihnen zu zeigen, dass an sie gedacht und geglaubt wird.
Doch als nach und nach Postkarten aus den Einsatzgebieten Kosovo, Afghanistan und Atalanta eintrudelten, traute ich meinen Augen kaum. Die Soldaten bedankten sich mit persönlichen Worten für eine - für meine Postkarte :-). 
Es ist ein schönes Gefühl zu erfahren jemanden unbekannten eine Freude gemacht zu haben. Die absolute Krönung war jedoch ein an mich adressierter Brief aus Kunduz, der mich letztes Wochenende erreichte!
Wer schon einmal Feldpost bekommen hat, erkennt auf den ersten Blick, dass es sich um eben solche handelt – das verrät der Poststempel, der das Wort „Feldpost“ beinhaltet.

Ich öffnete den Brief und las...

(...) “ich schreibe diesen Brief zurück, weil es mich beeindruckt, dass es noch Menschen gibt, die nicht nur an sich selber sondern auch noch an Ihre Mitmenschen denken und glauben.“(...)


Beim Weiterlesen gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, ein unbeschreibliches Gefühl machte sich in mir breit -

  • eine Mischung aus Stolz, etwas Gutes getan zu haben

  • Freude darüber jemanden eine Freude bereitet zu haben
  • Respekt vor den Soldaten, die dort unten schwer bewaffnet ihren Dienst verrichten

  • Mitgefühl mit dem Soldaten, der diesen Brief an mich zurückschrieb

  • Wehmut, weil dieser junge Soldat in der Heimat seine Frau und 3 kleine Kinder hat, die ihren Mann und Vater sicherlich schmerzlich vermissen


Doch
mir huschte auch ein Lächeln übers Gesicht, als ich den Fingerabdruck sah, der mit afghanischem Wüstensand auf´s Papier gebracht und mit einem Pfeil gekennzeichnet wurde ;-)

Kurz gesagt: Es gab mir das Gefühl das Richtige getan zu haben, nämlich an unsere Soldaten zu denken, sie zu respektieren, sie - soweit es geht - zu unterstützen und an sie zu glauben!!!

Sicherlich mag sich jetzt der eine oder andere denken, dass es ja noch viel mehr Menschen mit schweren und ehrbaren Berufen gibt, doch diese Menschen/Berufe haben in unserer Gesellschaft einen höheren Stellenwert als der Soldat und der Soldatenberuf - traurig aber wahr...
Ich habe noch nie von einer Krankenschwester gehört, die sich über die immer steigende berufliche Belastung beklagt, dass ihr gesagt wurde: „Jammere nicht, Du wolltest doch Krankenschwester werden!“....
Der Witwe eines vom Gerüst gefallenen Dachdeckers sagt man auch nicht, dass ihr Mann doch selbst Schuld hätte, denn er hätte ja Orchideenzüchter werden können, dann wäre er nämlich auch nicht vom Gerüst gefallen!....

Einfach mal sacken lassen und drüber nachdenken, vielleicht hat ja der eine oder andere die Erleuchtung!? - Ich hoffe es!!

In diesem Sinne: Zeigt Solidarität mit unseren Soldaten und ihren Familien!

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Kommentare

Kommentar von Nadine |

Hallo,
vielen Dank für die Veröffentlichung des Briefes.
Auch ich habe bei der Aktion teilgenommen und mehrere Postkarten in unterschiedliche Einsatzgebiete geschickt. Ich hinterließ meine Adresse nicht und konnte deswegen keine Antworten erhalten.
Aber ich weiß, dass meine Post angekommen ist und dass sie sicher einem oder vielleicht auch mehreren Soldaten Freude gemacht haben. Und wer weiß....vielleicht hängt sie noch im Einsatzland oder hat bereits einen Platz an einer Wand oder in einem Album (als Erinnerung) hier in Deutschland gefunden.
Der Brief hat mich sehr berührt und ich bin froh, dass es diese Aktionen gibt.

Kommentar von Steffi |

Hallo! :)
Auch ich habe an der Aktion teilgenommen und zwei Antworten erhalten.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Karten anscheinend so gut angekommen sind und bin schon auf die nächste Aktion gespannt ;)

Kommentar von Barbara Bergisches Land |

Guten Morgen,

meine Intention an der Aktion teilzunehmen, war auch von meiner beruflichen Tätigkeit begleitet. Ich hatte über Jahrzehnte mit "Feldpost" zu tun, allerdings aus den beiden letzten Weltkriegen. Und die Gedanken, die damals niedergeschrieben wurden, sind fast dieselben, die sich in der heutigen Feldpost wiederfinden. Ich habe sogar zwei Briefe aus Afghanistan erhalten und beide Male über eine Stunde geweint, bei der Vorstellung, wie wenig sich unsere Bevölkerung "einen Kopf" macht, was Krieg überhaupt bedeutet! Im (vor allem Lehrer-)Bekanntenkreis kreist der irrwitzige Glaube, unsere Soldaten haben sich ja schließlich "freiwillig in "dieses Abenteuer" begeben, keinem dieser Leute ist der wirkliche politische Hintergrund bewusst, ja ich behaupte sogar: bekannt! Und diese politische Dummheit bei Leuten, die es besser wissen müssten, macht mich krank!

Ich bin jedenfalls unseren Soldaten/Innen sehr dankbar, dass es sie gibt. Ich fühle mit ihnen bei Ihren Einsätzen, die sie für uns alle leisten und wünsche, dass alle gesund an Leib und Leben wieder nach Hause kommen, dass sie endlich eine Wertschätzung in der breiten Bevölkerung erfahren und dass ihre Frauen, Männer und Familien weiterhin das Durchhaltevermögen aufbringen werden, dass jeder Einzelne bei den Streitkräften verdient!!!

Kommentar von Heike Oest |

Hallo zusammen :o)

Auch ich habe an der Aktion teilgenommen. Und auch meine Motivation dabei war Soldaten im Ausland zu zeigen, dass es sehr wohl Menschen gibt, die Respekt und Achtung vor ihrem Beruf haben und denen sie nicht Sch...-Egal sind. Und auch ich habe nicht wirklich mit einer Antwort gerechnet. Ich dachte da haben sie sicher *Besseres zu tun*. Eine Freude wollte ich ihnen machen, egal wer es zu lesen bekommt.

Ich habe inzwischen 3 !!! Antworten bekommen. Und jedes mal hab ich sicher geschaut wie eine Kuh wenn´s donnert als ich die Feldpost im Kasten gefunden habe ;o)
Und jedes mal hatte ich eine Gänsehaut und Tränen in den Augen.... DANKE ...

Und ich nutze einfach nochmal die Gelegenheit alle Soldaten / Soldatinnen im Einsatz zu wünschen, das sie ALLE GESUND AN LEIB UND SEELE wieder in die Heimat kommen.

Kommentar von Danica Schneider |

Hallo Sandra,

Auch ich habe bei der Aktion mitgemacht. Eigentlich um einem Bekannten in Afghanistan vielleicht ein Lächeln aufs Gesicht zu säubern, wenn er eine Karte aus seiner Heimat entdeckt.

Es war mir nicht richtig bewusst, das sich auch andere darüber wirklich freuen und es schätzen, wenn man an sie denkt.

Man vergisst es leider zu oft, dass man mit kleinen Gesten anderen eine Freude machen kann.

Vielen Dank das du uns den Brief zugänglich gemacht hast.

Liebe grüsse
Danica

Kommentar von Silvia Perzgall |

Mich haben diese Zeilen sehr bewegt, denn auch ich habe einen Enkelsohn der im Einsatz ist. Meine Gedanken sind bei ihm und seinen Kameraden . Ich erfahre wie sie sich freuen von den Familien und Freunden Grüsse zubekommen, oder die Päckchen die liebevoll gefüllt wurden und ein Gruß aus der Heimat sind, wo man an sie denkt und sie vermisst. Vielleicht gibt es noch mehr Möglichkeiten unseren Soldaten zu zeigen, dass wir hinter ihnen stehen und ihre Arbeit die sie auch für uns tun wertschätzen. Es wäre schön, wenn auch unsere Politiker an unsere Jungs und Mädels in den Einsatzgebieten denken würden, sowie an deren Familien, die ohne ihren Partnern und Elternteil leben.
Jedes gelbe Schleifchen was getragen wird zeigt, dass wir mit unseren Gedanken bei unseren Sodaten und Soladinen sind und das wir hinter ihnen stehen, sie achten und vermissen.

Kommentar von Viola Kärsten |

Hallo,
sehr beeindruckende Gedanken! Auch ich hatte an der Aktion teilgenommen, denn mein Mann befindet sich auch gerade im Einsatz. Als ich eine mit Hand geschriebene Antwort vom derzeit dort amtierenden Pfarrhelfer bekam, war ich genauso überrascht. Doch ich freute mich sehr über diese Geste und noch mehr, als mein Mann mir erzählte, dass die vielen Osterkarten im Speisesaal zum Lesen aushingen. Und sie wurden von vielen gelesen! So werden wohl viele Soldaten auf diese Weise das Gefühl bekommen, dass es Leute in der Heimat gibt, die an sie denken und Solidarität zeigen. Ich denke, das tut gut! Und Solidarität zeigen, tue ich im Übrigen tagtäglich mit der gelben Solidaritätsschleife an meinem Auto.
In diesem Sinne!
Ganz herzliche Grüße in die Soldaten in den verschiedensten Einsatzgebieten und an die Familienangehörigen, die daheim auf das Wiedersehen warten!

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