Solidarität mit Soldaten der Bundeswehr zeigen - warum überhaupt?

Als unbedarfe Zivilistin hatte ich bis vor ein paar Jahren keinen Bezug zur Bundeswehr und zu Soldaten.
Das änderte sich, als ich einen Berufssoldaten kennenlernte und im Laufe der Zeit mehr über ihn und seinen Beruf erfuhr. "Kommandoführer im Personenschutz" hieß das. Ich schütze das Leben von X oder Y in den verschiedensten Krisengebieten wie Afghanistan, Kosovo usw. und stehe mit meinem Leben ein für das meiner Schutzperson und meiner Kameraden. Erst mal Stille... ich stellte mir vor, was das bedeutet, für ihn, für seine Familie…
Mir wurde bewußt... hier sitzt ein ganz "normaler" Mensch vor mir. Ein Soldat der Bundeswehr - so einer in Uniform - ja, und ein Mensch wie Du und ich, der Gefühle hat, Familie, ein Leib und Leben, das für ihn so normal ist wie Deins und Meins. Und dieses Leben läßt sich nicht vergleichen mit dem, wie es Du vielleicht kennst oder ich.

Für ihn war da nichts Besonderes daran, es war sein täglicher Beruf. Da kam ich mir ziemlich unbedarft vor, mit meiner Selbstverständlicheit von Sicherheit, Geborgenheit wie ich mein Leben in einem weitestgehend rechtsicheren und gewaltfreien Staat führe. Natürlich kenne ich die Ära, als man noch Angst vor Atombomen hatte, und der Begriff Kalter Krieg das Blut in den Adern gefrieren ließ. Doch was ist das schon, im Gegensatz zu dem real Erlebten, was unseren Soldaten täglich wiederfährt?

Nach und nach lernte die Welt dieses Soldaten kennen und durfte in Wort und Schrift tief in seine Seele schauen.

Und dennoch kann dies wohl nur jemand mitfühlen, der weiß was es heißt, die Gedanken, Gefühle und Erinnerungen an die Erlebnisse in einem Krieg in sich zu tragen. So wie dieser alte Mann, der mir vor kurzem gegenüberstand, mit Tränen in den Augen, als er das Buch "randnotizen" in den Händen hielt: "Sehen sie... ich verstehe es, warum die Soldaten nicht darüber reden.... ich war auch im Krieg damals.... " Ohne große Worte war bei ihm eine so tiefe Dankbarkeit zu spüren für das Mitfühlen und das Versuchen zu verstehen.

Bei der Solidarität geht es denke ich nicht nur vordergründig um das Zeigen des Mitgefühls nach außen, sondern dass sie es wirklich spüren können, denn ehrliches, inneres Mitgefühl und echte Empathie ist für unsere Soldaten (über)lebenswichtig.

 

Dies alles durfte ich durch diesen einen Soldaten lernen, der heute mein Lebenspartner ist und dafür danke ich dir herzlich Uwe ♥

 

All den Tränen der Soldaten, die ihrer Angehörigen und derer die Opfer von Kriegen wurden, schenke ich deshalb mit dieser Seite einen Platz an dem sie die Worte derer lesen können, die in Gedanken und im Herzen bei ihnen sind.

 

Herzlichst Ihre

Simone Uetz